Seite 1 von 3 Buongiorno Venezia! Ein Wochenende in der Serenissima. "So sah er ihn denn wieder, den erstaunlichsten Landungsplatz, jene blendende Komposition phantastischen Bauwerks, welche die Republik den ehrfürchtigsten Blicken nahender Seefahrer entgegenstellte: die leichte Herrlichkeit des Palastes und die Seufzerbrücke, die Säulen mit Löw' und Heiligem am Ufer, die prunkend vortretende Flanke des Märchentempels, den Durchblick auf Torweg und Riesenuhr, und anschauend bedachte er, daß zu Lande, auf dem Bahnhof Venedig anlangen, einen Palast durch die Hintertür betreten heiße, und daß man nicht anders, als wie nun er, als zu Schiffe, als über das hohe Meer die unwahrscheinlichste der Städte erreichen sollte." Diese Worte des Schriftstellers... ...Thomas Mann klangen mir noch im Ohr, als wir uns Anfang Januar kurz entschlossen dazu entschieden, Ende Januar die Serenissima zu besuchen. Nein, den Markusplatz von Santa Lucia aus nicht direkt über den Canal Grande zu erreichen, dies sollte mit ein wenig Geschick und Aufmerksamkeit gelingen. Zunächst galt es aber, dem kühlen und launischen Winter der Germania den Rücken zu kehren und einmal mehr die Alpen zu überqueren. Freitags vormittags starten wir nach Lautzenhausen, und von dort mit der irischen Harfe in etwas mehr als eineinhalb Stunden durch nach Treviso. Ob es ökologisch überhaupt noch verantwortbar ist, für 28 EUR mit 2 Personen vom Hahn nach Italien und zurück zu fliegen, darf an dieser Stelle ruhig offensiv diskutiert werden. Da wir an den restlichen 362 Tagen des Jahres eines der umweltschonensten Fahrzeuge - den Reisebus - fahren, sehen wir an diesem Wochenende mit Blick auf unsere sonst passable Ökobilanz ausnahmsweise darüber hinweg und freuen uns auf das Kurzwochenende. Gegen 17 Uhr landen wir in Treviso. Ein nettes Städtchen, welches an sich einen Wochenendaufenthalt verdient hätte. Kaum gelandet schlendern wir nach den ersten Atemzügen der südlichen Luft durch die Empfangshallen des kleinen, aber feinen Aeroporto. Nur wenige Minuten später sitzen wir im "Autobus" Richtung Padova. Statt der typischen Touristenshuttle nach Venedig bevorzugen wir die Variante der öffentlichen Verkehrsmittel. Dies hat zwei Gründe: Zum einen sind öffentliche Verkehrsmittel in Italien unschlagbar preiswert (Treviso – Padova, 80 km, 4 EUR), zum anderen haben wir auf diese Weise das Vergnügen, den Diskursen der Einheimischen zu lauschen. Gegen 18.30 Uhr erreichen wir Padova, eine reizvolle Universitätsstadt, die nicht ohne Grund die Partnerstadt Freiburgs ist. Unser familiengeführtes Hotel in der Nähe der Kathedrale des heiligen Antonius empfängt uns – im Januar wichtig und in Italien nicht selbstverständlich – mit wohlgeheizten Zimmern. |
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